In diesem Jahr feiert der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer seinen 40. Geburtstag. Zu diesem besonderen Anlass möchten wir euch gerne ein bisschen über diesen einzigartigen Lebensraum erzählen.
Seit dem 01. Januar 1986 wird das Wattenmeer vor der Niedersächsischen Küste als Nationalpark geschützt und ist mit einer Fläche von rund 3.450km2 der zweitgrößte Nationalpark Deutschlands. Zudem gehört der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zum UNESCO-Biosphärenreservat und ist gleichzeitig Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer.

Mit seiner Entstehung vor knapp 8.000 Jahren ist das Wattenmeer ein sehr junges Ökosystem. Das Schmelzen der Gletscher in der letzten Eiszeit sorgte dafür, dass der Meeresspiegel anstieg und zuvor dem Festland angehörige Gebiete überschwemmt und teilweise weggespült wurden. Durch das An- und Abtragen von Sedimenten und die stetige Überflutung und Trockenlegung entstand das Wattenmeer, wie wir es heute kennen. Mit dem Begriff Wattenmeer meinen wir übrigens eine Vielzahl an Lebensräumen: es besteht aus Watt, Salzwiesen, Dünen, Strände, Ästuarien und Geestkliffs.
Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist in drei unterschiedliche Schutzzonen eingeteilt: die Ruhezone, die Zwischenzone und die Erholungszone. Dadurch sollen die Zugänglichkeit und vor allem die Schutzmaßnahmen einzelner Gebiete gesetzlich geregelt und auch vor Ort direkt erkennbar sein. Achtet deswegen unbedingt auf die Schilder, wenn ihr dort unterwegs seid.

Bisher wurden mehr als 10.000 im Niedersächsischen Wattenmeer heimische Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Hotspot der Artenvielfalt sind vor allem die Ostfriesischen Inseln mit ihren vielfältigen Lebensräumen. Darunter sind unter anderem mehr als 400 verschiedene Vogelarten, die das Wattenmeer als Brutplatz und Rastgebiet nutzen, etwa 100 Fischarten und Meeressäuger wie Seehunde, Kegelrobben oder Schweinswale. Jede einzelne dieser Arten ist auf ihre eigene Weise an die besonderen Bedingungen und Forderungen, die das Wattenmeer stellt, angepasst.

Soweit es der Schutzzweck erlaubt werden im Nationalpark auch lokale Interessen wie Landwirtschaft oder Fischerei berücksichtigt. Hierfür werden aus verschieden Nutzer-Gruppen ein Nationalpark Beirat berufen. Dieser unterstützt dann die Nationalparkverwaltung dabei, die Ziele des Nationalparks im Einklang mit regionalen Interessen umzusetzen.
Der Tourismus ist Hauptwirtschaftsfaktor an der niedersächsischen Küste und auf den Inseln. Jährlich reisen etwa 20 Millionen Gäste in diese Region. Deshalb ist es dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ein besonderes Anliegen, den Besucher:innen behutsam an die Natur heranzuführen und ihnen die Besonderheit des Wattenmeers zu vermitteln und für dessen Schutz zu werben. Mit der Anerkennung des Wattenmeers zum UNSECO-Weltnaturerbe konnten diese Bemühungen noch weiter vertieft werden.

Nach 40 Jahren ermöglicht der Nationalpark Niedersächsisches
Wattenmeer noch immer den Schutz zahlreicher Arten in diesem außergewöhnlichen Ökosystem
und lässt uns zuversichtlich auf eine Zeit blicken, in der Zusammenarbeit den Weg
in eine nachhaltige Zukunft ebnet.