Moin. Herzlich Willkommen auf dem Blog vom Nationalpark-Haus Museum Fedderwardersiel!


Schutzzaun für Säbelschnäbler

Seit vier Jahren bauen wir zur Brutzeit der Zugvögel Schutzzäune im Langwarder Groden. Dabei wurden wir auch diese Mal, am 19.03., kräftig von den Junior Rangern unterstützt.

Die Zäune dienen dem Schutz vor Fressfeinden und anderen Störungen. Im letzten Jahr konnten wir und die Säbelschnäbler bereits sehr gute Erfahrungen mit dem Projekt sammeln. Über 70 Paare zogen allein im letzten Jahr ihre Küken innerhalb des Schutzgebiets im Groden auf. Um die Zugrouten besser nachvollziehen zu können, wurden einige Vögel mit Sendern bestückt. So konnte festgestellt werden, dass einige Säbelschnäbler in Portugal überwintert haben. Davon ist mittlerweile sogar ein Vogel zurück in den Groden gekehrt.

Säbelschnäbler mit Sender (Bild: Henriette Schwemmer)

In den Sommermonaten werden alle Brutvögel im Nationalpark gezählt und kartiert. Diese Daten werden für Statistiken und Zugvogelforschung verwendet.

Mit etwas Glück könnt ihr im Langwarder Groden aus sicherer Entfernung ein paar Kiebitz- und Säbelschnäbler-Küken beobachten!

Säbelschnäbler mit Küken

Fischerei in Butjadingen

In diesem Jahr wird Fedderwardersiel Lernort in dem Projekt „Lernen und Arbeiten in der Fischwirtschaft“, welches von der Universität Vechta geleitet wird. Ziel des Projektes ist der nähere Umgang und ein umfangreicheres Verständnis für die Fischerei an der Niedersächsischen Nordseeküste- besonders für junge Menschen. In diesem Sinne bieten verschiedene Schulen und andere Bildungseinrichtungen Veranstaltungen zu möglichst praxisorientierter Forschung an.

Krabbenkutter mit Schleppnetzen

Auch wenn die Fischerei eine lange Tradition in Butjadingen hat, werden heutzutage vor allem Garnelen (auch Krabben genannt) und Miesmuscheln gefischt. In den letzten Jahren brachten die Kutter rund 14.800 Tonnen Garnelen, Muscheln und Fische an Land. Somit erwirtschaftete die niedersächsische Küstenfischerei eine Wertschöpfung von rund 20 Millionen Euro. Die Schiffe fischen mit Grundschleppnetzen, wobei nur leichte Scheuchketten eingesetzt werden, die den Meeresboden nicht umpflügen, um andere Fische und Bodentiere nicht zu verletzen oder töten.

In den vergangenen Jahren konnten auch weitere Maßnahmen zum Schutz des Ökosystems Wattenmeer eingeführt werden. So erfolgt die Miesmuschelfischerei seit 1999 auf der Grundlage eines Bewirtschaftungsplans, der von den Niedersächsischen Ministerien für jeweils 5 Jahre neu aufgestellt wird. Miesmuscheln werden nicht mehr von Wildbänken, sondern lediglich von speziell angelegten Kulturflächen (Baumkurrenfischerei) befischt, um Eingriffe in das Ökosystem weitgehend zu vermeiden.

Krabbenfischer bei der Arbeit an Bord

Allerdings wird das Thema nicht nur optimistisch betrachtet. Wissenschaftler:innen vermuten, dass bereits vor Jahrzehnten ein irreparabler Schaden durch die Krabbenfischerei ausgelöst worden sei. Sie erklären unter anderem das weitgehende Verschwinden von Seemoos, Sandkorallen und anderen festsitzenden Bodentieren mit der Baumkurrenfischerei.

Seit 2017 gibt es daher das unabhängige MSC- Siegel (Marine Stewartship Council) als Zertifikat für eine ökologisch verträgliche Fischerei. Um das Zertifikat zu erhalten, muss die Nachhaltigkeit nachgewiesen werden. Für die Krabbenfischerei ist das nicht unbedingt einfach, da unter anderem genaue Kenntnisse über den Bestand und dessen Entwicklung erfordert sind. Der Nachweis wird dann meist durch eine Art Vorsorgemaßnahmen erbracht, wie das freiwillige Nicht-Befischen einiger Flächen. Das MSC-Zertifikat soll somit die Grundlage für den langfristigen Schutz des Nordseekrabbenbestands und den sorgsamen Umgang mit dem Ökosystem Wattenmeer schaffen.

Das MSC-Siegel

Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) fordert dennoch strengere Prüfungen in der Fischerei. Durch das regelmäßige Aufwühlen des Meeresbodens durch die Grundschleppnetze würden empfindliche Lebensgemeinschaften am Boden wie Muschelbänke, Seegraswiesen oder Sandkorallen-Riffe zerstört werden oder ganz verschwinden. Zudem bestehe ein zu großer Beifang, der schließlich teils mit starken Verletzungen zurück ins Meer geworfen werde.

Auch wenn es in den letzten Jahrzehnten Verbesserungen in den Schutzmaßnahmen der Befischung des Wattenmeers gab, stehen noch vier weitere Möglichkeiten offen. Das Ökosystem Wattenmeer mit seinen besonderen Facetten ist auf dieser Welt einmalig und bedarf uneingeschränkten Schutz und Wertschätzung. Ziel des Projektes „Leben und Arbeiten in der Fischwirtschaft“ ist also genau dieser beidseitige Austausch für einen nachhaltigen Kompromiss zwischen Fischerei und Naturschutz für zukünftige Generationen.


Kadaverökologie

Was passiert eigentlich mit einem toten Tier in der Natur?

Was für uns vielleicht befremdlich wirkt, ist für das Ökosystem unverzichtbar. Auch wenn man es erst auf den zweiten Blick bemerkt, fällt auf, dass ein totes Wildtier vor unzähliger lebender Arten strotzt, die auf den Kadaver angewiesen sind. Tatsächlich sind Kadaver Hotspots der Artenvielfalt. Aufgrund ihrer bedeutenden Rolle für das Ökosystem, sollte die voreilige Beseitigung von Kadavern daher unbedingt gut überdacht werden.

Die sogenannte Kadaverökologie beschäftigt sich genau mit diesen Themen. Aus zahlreichen Untersuchungen konnten sogar genaue Energie- und Nährstoffwerte ermittelt werden, die von einem Kadaver aus zurück in den Boden gehen. So trägt z.B. ein 21kg schwerer Rehkadaver dazu bei, dass während seiner Zersetzung bis zu 4kg Stickstoff in einen Quadratmeter Boden zurückgehen. Das entspricht etwa einer landwirtschaftlichen Düngung über 100 Jahre hinweg.

Die in kurzer Zeit entstehenden hochkonzentrierten Nährstoffbereiche werden auch „Zersetzungsinseln“ genannt und sind essenziell für bodenbewohnende Bakterien sowie Pilze und Insekten, die sich im Laufe der Evolution perfekt an diese unvorhersehbare Ressource angepasst haben.

Das bewusste Belassen oder sogar Anreichern von Aas in der Fläche ist auch für die Nationalparks ein relativ neues Projekt. Dementsprechend gab es auch nur wenige Untersuchungen bezüglich der Wirkung solcher Maßnahmen auf allgemeine ökologische Prozesse im Kadaverumfeld. Aus diesem Grund wurde am 01. Oktober 2022 das BfN-Förderprojekt „Belassen von Wildtierkadavern in der Landschaft – Erprobung am Beispiel der Nationalparke“ von der Universität Würzburg ins Leben gerufen. Das Projekt geht zunächst bis zum 30. Juni 2027 und soll die versteckte Biodiversität am Kadaver in 15 deutschen Großgebieten, u.a. im Wattenmeer, ermitteln. Im Laufe des Projekts wurden 2023 und 2024 gezielt Reh- und Seehundkadaver, welche auf natürliche Weise gestorben sind, an ausgewählten Orten im Nationalpark ausgelegt. Die Veränderung der Kadaver wurde dann für mindestens 30 Tage beobachtet.

Ziel ist es, anhand von zahlreichen wissenschaftlichen Beobachtungen und Untersuchungen Handlungsempfehlungen für die jeweiligen Schutzgebiete zu erstellen, um die Auswirkung auf die Diversität der Kadaververwerter langfristig zu optimieren.

Kadaver sind also kein „Abfall“ der Natur- sie sind ein Motor des Lebens.

Solltet ihr in der Natur einen Kadaver entdecken, haltet bitte unbedingt genügend Abstand ein. Tierseuchen, die u.a. von Seehunden und Vögeln weitergegeben werden, können auch ein Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen. Berührt deswegen bitte keine Kadaver und achtet darauf, dass eure Hunde angeleint sind. Bei dem Fund von einem Seehundkadaver ist das Nationalpark-Haus Seehundstation in Norddeich zu informieren (04931 973330, fund@seehundstation-norddeich.de). Bei allen weiteren Tieren bedarf es in der Regel keiner besonderen Meldung.


Eröffnung der Ausstellung

Heute feiern wir endlich die langersehnte Eröffnung nach unserem Umbau!

Den Neubau der Aquarien konntet ihr bereits mitverfolgen – doch es gibt noch mehr spannende Neuheiten.

Neue Becken und Bewohner:

Die Aquarienanlage wurde umgebaut und hat nun ein ganz anderes Design. Vor allem der Technikbereich wurde auf den neuesten Stand gebracht.

In fünf Becken können nun verschiedene Tiere und Pflanzen aus unterschiedlichen Lebensräumen des Wattenmeeres und der Nordsee bestaunt werden.Freut euch zum Beispiel auf Plattfische, die aus dem Nationalpark-Haus Wangerland zu uns umgezogen sind.

Infotafeln und Medienstationen:

An den Aquarien könnt ihr die verschiedenen Bewohner mit Hilfe von Tastmodellen erfühlen. Außerdem erfahrt ihr auf den Monitoren spannende Fakten.

Spülsaum:

Wart ihr schonmal am Strand oder an der Wattkante unterwegs und habt dort interessante Funde entdeckt?

Mit dem Programm ,,Beach Explorer“, welches ihr gegenüber der Aquarien auf einem Monitor nutzen könnt, lassen sich Spülsaumfunde ganz einfach bestimmen und melden!

Gerne könnt ihr auch besonders spannende Exemplare bei uns abgeben. Einige davon werden in der Vitrine ausgestellt.

Neue Tastmodelle in der Ausstellung:

Am Salzwiesendiorama findet ihr die gleichen Tastmodelle, die es auch am Aquarium gibt – diesmal für typische Salzwiesenbewohner!

Schiebemodell:

Das Modell der geologischen Entstehung Butjadingens hat neue Bilder bekommen, auf denen ihr jetzt auch die verschiedenen Landschaftsarten und Entstehungsschritte erfühlen könnt.

Fühlbare Ausstellungspläne:

Für eine noch bessere Orientierung könnt ihr nun bei uns erfühlbare Pläne der Ausstellung leihen.

Neue Audioguides:

Mit den Audio-Guides konntet ihr schon vor dem Umbau die Ausstellung erkunden. Jetzt sind allerdings ein paar neue Sprachen und Texte hinzugekommen, sodass ihr nun zwischen Deutsch (Niederdeutsch, Kinder, Leichte Sprache, Audiodeiskrieption), Englisch, Französisch und Niederländisch wählen könnt.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbeischaut!


Pastell- und Acrylmalereien von Ina Korter

,,Abends im Watt”

„Ich liebe unsere Nordseeküste und sehe immer wieder neue Motive, die ich einfangen möchte,“ so die Worte der Künstlerin und Kunstpädagogin Ina Korter. Das Ergebnis dieser Sichtweise sind zahlreiche Pastell- und Acrlymalereien, die ab sofort und bis zum 10. April in einer Sonderausstellung im Nationalpark-Haus Museum Fedderwardersiel gezeigt werden.

,,Im Groden”

Die ehemalige Lehrerin und Politikerin ist seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Förderkreis Museum Butjadingen e.V. tätig. Regelmäßig finden unter ihrer Anleitung Acryl- und Pastellmalkurse in unserem Haus statt.

,,Spaziergang am Meer”

Sie findet: ,,Wer zeichnet und malt, schaut genauer hin und kann so die Einzigartigkeit des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer genauer wahrnehmen und schätzen!“

,,Hafen mit Zukunft”

Die Kunstwerke können käuflich erworben werden. Und wer durch die gezeigten Motive inspiriert ist, selber künstlerisch aktiv zu werden, hat hierzu bei zahlreichen angeleiteten Workshops im Nationalpark-Haus Museum die Gelegenheit. In der Regel sind keine Vorkenntnisse nötig.

Das Veranstaltungsprogramm findet ihr auf unserer Website!


Kegelrobben auf Helgoland

Am 20.12.2025 haben wir mit den Junior-Rangern eine Exkursion zur deutschen Hochseeinsel Helgoland gemacht. Der Grund: Kegelrobben!

Denn nur auf dieser einzigartigen Felseninsel kommen die Meeressäuger in Deutschland vor. Zur kalten Jahreszeit wird es besonders spannend, da zwischen November und Januar die Jungtiere geboren werden.

Auf der Düne von Helgoland können zahlreiche Kegelrobben mit Nachwuchs – aus sicherer Entfernung – beobachtet werden. Den Anblick möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten!


Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert seinen 40. Geburtstag

In diesem Jahr feiert der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer seinen 40. Geburtstag. Zu diesem besonderen Anlass möchten wir euch gerne ein bisschen über diesen einzigartigen Lebensraum erzählen.

Seit dem 01. Januar 1986 wird das Wattenmeer vor der Niedersächsischen Küste als Nationalpark geschützt und ist mit einer Fläche von rund 3.450km2 der zweitgrößte Nationalpark Deutschlands. Zudem gehört der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zum UNESCO-Biosphärenreservat und ist gleichzeitig Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer.

Mit seiner Entstehung vor knapp 8.000 Jahren ist das Wattenmeer ein sehr junges Ökosystem. Das Schmelzen der Gletscher in der letzten Eiszeit sorgte dafür, dass der Meeresspiegel anstieg und zuvor dem Festland angehörige Gebiete überschwemmt und teilweise weggespült wurden. Durch das An- und Abtragen von Sedimenten und die stetige Überflutung und Trockenlegung entstand das Wattenmeer, wie wir es heute kennen. Mit dem Begriff Wattenmeer meinen wir übrigens eine Vielzahl an Lebensräumen: es besteht aus Watt, Salzwiesen, Dünen, Strände, Ästuarien und Geestkliffs.

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist in drei unterschiedliche Schutzzonen eingeteilt: die Ruhezone, die Zwischenzone und die Erholungszone. Dadurch sollen die Zugänglichkeit und vor allem die Schutzmaßnahmen einzelner Gebiete gesetzlich geregelt und auch vor Ort direkt erkennbar sein. Achtet deswegen unbedingt auf die Schilder, wenn ihr dort unterwegs seid.

Bisher wurden mehr als 10.000 im Niedersächsischen Wattenmeer heimische Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Hotspot der Artenvielfalt sind vor allem die Ostfriesischen Inseln mit ihren vielfältigen Lebensräumen. Darunter sind unter anderem mehr als 400 verschiedene Vogelarten, die das Wattenmeer als Brutplatz und Rastgebiet nutzen, etwa 100 Fischarten und Meeressäuger wie Seehunde, Kegelrobben oder Schweinswale. Jede einzelne dieser Arten ist auf ihre eigene Weise an die besonderen Bedingungen und Forderungen, die das Wattenmeer stellt, angepasst.

Soweit es der Schutzzweck erlaubt werden im Nationalpark auch lokale Interessen wie Landwirtschaft oder Fischerei berücksichtigt. Hierfür werden aus verschieden Nutzer-Gruppen ein Nationalpark Beirat berufen. Dieser unterstützt dann die Nationalparkverwaltung dabei, die Ziele des Nationalparks im Einklang mit regionalen Interessen umzusetzen.

Der Tourismus ist Hauptwirtschaftsfaktor an der niedersächsischen Küste und auf den Inseln. Jährlich reisen etwa 20 Millionen Gäste in diese Region. Deshalb ist es dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ein besonderes Anliegen, den Besucher:innen behutsam an die Natur heranzuführen und ihnen die Besonderheit des Wattenmeers zu vermitteln und für dessen Schutz zu werben. Mit der Anerkennung des Wattenmeers zum UNSECO-Weltnaturerbe konnten diese Bemühungen noch weiter vertieft werden.

Nach 40 Jahren ermöglicht der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer noch immer den Schutz zahlreicher Arten in diesem außergewöhnlichen Ökosystem und lässt uns zuversichtlich auf eine Zeit blicken, in der Zusammenarbeit den Weg in eine nachhaltige Zukunft ebnet.



Wenn das Grün im Watt verschwindet – Warum usere Seegraswiesen in Gefahr sind

Warum sind Seegraswiesen wichtig?

Die Seegraswiesen sind Lebens- und Rückzugsraum zahlreicher Meerestiere. Jungfische, Kleinlebewesen und wirbellose Lebewesen finden dort Nahrung und Schutz. Sie stabilisieren den Wattboden, indem ihre Wurzelsysteme die feinen Sedimente festigen. Das hilft, Küstenbereiche und Wattstrukturen zu erhalten. Im Wattenmeer kommen hauptsächlich zwei Seegrasarten vor- das große Seegras (Zostera marina) und das Zwerg-Seegras (Zostera noltii). Seegraswiesen haben eine große Bedeutung für den Klimaschutz, indem sie Kohlenstoff binden und dazu beitragen, CO2 aus dem Wasser und der Atmosspäre zu speichern. Sie haben also eine sogenannte „Blue Carbon“- Funktion.

Der aktuelle Bestand im Wattenmeer

Bei der letzten großen Bestandsaufnahme der Seegraswiesen an der niedersächsischen Küste 2019 wurde eine Gesamtfläche von nur rund 8,6km2 erfasst. Im Vergleich zu 2013 entspricht das einem Rückgang von über 70%. Auch wenn der Rückgang nicht gleichmäßig verteilt ist und einige Bereiche sogar eine leichte Erholung zeigen, verschwinden die Seegraswiesen an anderen Stellen fast vollständig.

Warum verschwinden die Seegraswiesen?

Um den Rückgang der Seegraswiesen nachvollziehen zu können, sind mehrere zusammenhängende Faktoren zu beachten. Zum einen braucht Seegras viel Tageslicht, um ausreichend Fotosynthese betreiben zu können. Wenn das Wasser durch Schwebstoffe oder Sedimentsverwirbelungen getrübt wird, kommt zu wenig Licht am Boden an und die Pflanzen sterben ab. Durch die Eutrophierung aus Landwirtschaft oder Abwässern wird das Wachstum von Algen gefördert, die sie als Teppich über die Seegrasblätter legen und ihnen das Licht nehmen. Der Klimawandel sorgt dafür, dass sich das Wasser erwärmt und die Strömungen verändern. Auch Muschelfischerei kann den Meeresboden aufwirbeln und somit die Seegraswiesen schädigen.

Was bedeutet das für das Wattenmeer?

Durch den Rückgang der Seegraswiesen verlieren viele Arten ihre Schutz- und Futterplätze. Durch weniger Seegras kann weniger CO2 gespeichert werden und somit weniger natürlicher Klimaschutz geleistet werden. Zudem lockert sich der Boden immer stärker, was langfristig Küstenschutz und Wattdynamik beeinflusst.

Was können wir dagegen tun?

Um die Seegrasbestände effektiv zu schützen, kann die Wasserqualität mithilfe von besseren Kläranlagen und weniger überschüssigen Nährstoffen verbessert werden. Mit Monitoring zur besseren Erfassung der Veränderungen, Projekten zur Wiederansiedlung von Seegras und Klimaanpassungsmaßnahmen können wir dafür sorgen, dass dieser besondere Lebensraum wieder stabilisiert wird.

Betretet also die Wattflächen mit besonderer Vorsicht, reißt das Seegras nicht raus und nehmt eure Hunde in den ausgewiesenen Schutzgebieten an die Leine, um die Naturschutzzonen zu respektieren.


Wir haben auch im Dezember samstags und sonntags von 10 – 17 Uhr für euch geöffnet!

Nutzt die kalten Wintertage, um in unserer Ausstellung die Wasser-, Land- und Luftwelten des Weltnaturerbes und Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer mit der ganzen Familie zu entdecken.

Kinderbücher und Lerninhalte

Du suchst noch das ein oder andere passende Weihnachtsgeschenk für Freunde oder Familie? Sieh dich gerne bei uns im Museumsshop um, und entdecke eine spannende Kleinigkeit für Jung und Alt. Bei uns findest du eine nachhaltige und regionale Auswahl interessanter Stücke.

Entdeckerausrüstung mit Kompass, Mikroskop, Fernglas und Monokular

Von der ersten Entdeckerausrüstung der Hafendetektive über ZeroWaste-Produkte bis zu spannenden Büchern und Erzählungen zum Thema Wattenmeer und drum rum ist also für jeden etwas dabei!

Blümchenschale und -tasse der Stiftung Lebensräume Ovelgönner Mühle
T-Shirts und selbstgenähte Schürzen und Taschen

Wie Schifffahrt und Straßenverkehr das Wattenmeer beeinflussen

Heute (26.11.) ist der Welttag des nachhaltigen Vekehrswesens (engl.: World Sustainable Transport Day). Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag von der Generalversammlung der Vereinten Nationen und am 16. Mai 2023 mit der Resolution A/RES/77/286 verabschiedet. Unter diesem Anlass wird also nachhaltiger Verkehr und Transport als Mittel zur Erreichung einer nachhaltigen Zukunft in den Vordergrund gestellt.

Wie könnte demnach eine nachhaltige Zukunft für das Weltnaturerbe Wattenmeer oder sogar für alle Meere der Welt aussehen?

Ein immer stärker wachsendes Problem ist unter andrem die Lärmverschmutzung der Ozeane. Viele Meerestierarten haben einen extrem feinen Hörsinn, um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden und mit anderen Tieren zu kommunizieren. Schiffsmotoren und Unterwasserbaumaßnahmen sorgen oftmals für eine schädliche Geräuschkulisse und enden besonders für Wale und Delfine von gestresstem Verhalten bis zu vollständiger Orientierungslosigkeit oder im schlimmsten Falle sogar tödlich.

Ein weiterer Aspekt ist die Ölverschmutzung. Sogenannte Ölpesten bedeuten oft den Tod unzähliger Vögel, Fische und anderer Arten. Für eine solche Katastrophe muss oftmals nicht erst ein Tanker untergehen oder ein schlimmes Leck haben. Regelmäßig gelangt Öl aus Flüssen oder auch durch illegale Einleitungen ins Meer. Zudem spülen Schiffe aus aller Welt ihre Tanks auf hoher See aus, um Geld zu sparen. Auch diese heimlichen Aktionen beschleunigen das Aufkommen einer Ölpest.

Darüber hinaus befinden sich mitten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer drei Flüsse, die essenziell für die deutsche Wirtschaft sind: Ems, Elbe und Weser. Werden immer größere Frachter gebaut, müssen auch diese Gewässer tiefer und breiter gemacht werden, um eine Durchfahrt in die großen Häfen zu ermöglichen. Der Schlick wird wie mit einem Staubsauger aufgesogen und auf seewärts gelegenen Klappstellen deponiert. Die Vertiefungsarbeit stört vor allem das Ökosystem am Grund und auch die natürliche Wasser- und Sedimentdynamik. Die Wasserqualität verschlechterte sich und Sauerstoffwerte fallen ab, was das Überleben vieler Arten gefährdet.

Sollten deshalb weniger Schiffsrouten benutzt werden? Sind Alternativen wie LKWs oder Flugzeuge weniger schädlich für die Meeresbewohner? Der Lärm von Autobahnen und Bundesstraßen kommt nicht im Meer an, das ausgestoßene CO2 allerdings schon. Der gesamte Straßenverkehr in der EU produziert nämlich fünf Mal so viel CO2 wie der Schiffsverkehr. Das sind 20% aller Treibhausgasemissionen der EU, während der Verkehr auf dem Wasser ,,nur“ rund 4% ausmacht.

Gelangt das Kohlenstoffdioxid ins Wasser sorgt es dafür, dass der pH-Wert abnimmt und das Wasser saurer wird. Das erschwert unter anderem die Produktion von Kalk, was Muscheln, Krebse, Seesterne und viele weitere Meerestiere für ihre Schalen und Knochen benötigen.

Hinzu kommt, dass sich durch den CO2-Ausstoß das Klima erwärmt. Durch schmelzende Gletscher steigt der Meeresspiegel, was zur Dauerhaften Überschwemmung von Salzwiesen und Wattflächen – essenzielle Lebensräume für Vögel, Insekten und Co –  führen kann. Wärmere Wassertemperaturen bringen zusätzlich das Leben vieler Arten durcheinander.6

Gibt es denn überhaupt umwelt- und meeresfreundliche Verkehrsmittel für den Transport von Waren? Einen sehr geringen CO2 Ausstoß hat zum Beispiel Schienenverkehr, der 0,1% der Treibhausgasemissionen in der EU ausmacht. 4

Außerdem wäre es sinnvoll, entgegen den immer schneller ablaufenden Lieferketten, wenn Schiffe langsamer fahren würden. Das würde weniger Schadstoffe und Lärm verursachen und es Tieren ermöglichen, den Störfaktoren auszuweichen.


Am Hafen 4

26969 Butjadingen

04733-8517

04733-8550

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