Heute (26.11.) ist der Welttag des nachhaltigen Vekehrswesens (engl.: World Sustainable Transport Day). Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag von der Generalversammlung der Vereinten Nationen und am 16. Mai 2023 mit der Resolution A/RES/77/286 verabschiedet. Unter diesem Anlass wird also nachhaltiger Verkehr und Transport als Mittel zur Erreichung einer nachhaltigen Zukunft in den Vordergrund gestellt.
Wie könnte demnach eine nachhaltige Zukunft für das Weltnaturerbe Wattenmeer oder sogar für alle Meere der Welt aussehen?
Ein immer stärker wachsendes Problem ist unter andrem die Lärmverschmutzung der Ozeane. Viele Meerestierarten haben einen extrem feinen Hörsinn, um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden und mit anderen Tieren zu kommunizieren. Schiffsmotoren und Unterwasserbaumaßnahmen sorgen oftmals für eine schädliche Geräuschkulisse und enden besonders für Wale und Delfine von gestresstem Verhalten bis zu vollständiger Orientierungslosigkeit oder im schlimmsten Falle sogar tödlich.

Ein weiterer Aspekt ist die Ölverschmutzung. Sogenannte Ölpesten bedeuten oft den Tod unzähliger Vögel, Fische und anderer Arten. Für eine solche Katastrophe muss oftmals nicht erst ein Tanker untergehen oder ein schlimmes Leck haben. Regelmäßig gelangt Öl aus Flüssen oder auch durch illegale Einleitungen ins Meer. Zudem spülen Schiffe aus aller Welt ihre Tanks auf hoher See aus, um Geld zu sparen. Auch diese heimlichen Aktionen beschleunigen das Aufkommen einer Ölpest.
Darüber hinaus befinden sich mitten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer drei Flüsse, die essenziell für die deutsche Wirtschaft sind: Ems, Elbe und Weser. Werden immer größere Frachter gebaut, müssen auch diese Gewässer tiefer und breiter gemacht werden, um eine Durchfahrt in die großen Häfen zu ermöglichen. Der Schlick wird wie mit einem Staubsauger aufgesogen und auf seewärts gelegenen Klappstellen deponiert. Die Vertiefungsarbeit stört vor allem das Ökosystem am Grund und auch die natürliche Wasser- und Sedimentdynamik. Die Wasserqualität verschlechterte sich und Sauerstoffwerte fallen ab, was das Überleben vieler Arten gefährdet.

Sollten deshalb weniger Schiffsrouten benutzt werden? Sind Alternativen wie LKWs oder Flugzeuge weniger schädlich für die Meeresbewohner? Der Lärm von Autobahnen und Bundesstraßen kommt nicht im Meer an, das ausgestoßene CO2 allerdings schon. Der gesamte Straßenverkehr in der EU produziert nämlich fünf Mal so viel CO2 wie der Schiffsverkehr. Das sind 20% aller Treibhausgasemissionen der EU, während der Verkehr auf dem Wasser ,,nur“ rund 4% ausmacht.

Gelangt das Kohlenstoffdioxid ins Wasser sorgt es dafür, dass der pH-Wert abnimmt und das Wasser saurer wird. Das erschwert unter anderem die Produktion von Kalk, was Muscheln, Krebse, Seesterne und viele weitere Meerestiere für ihre Schalen und Knochen benötigen.

Hinzu kommt, dass sich durch den CO2-Ausstoß das Klima erwärmt. Durch schmelzende Gletscher steigt der Meeresspiegel, was zur Dauerhaften Überschwemmung von Salzwiesen und Wattflächen – essenzielle Lebensräume für Vögel, Insekten und Co – führen kann. Wärmere Wassertemperaturen bringen zusätzlich das Leben vieler Arten durcheinander.6
Gibt es denn überhaupt umwelt- und meeresfreundliche Verkehrsmittel für den Transport von Waren? Einen sehr geringen CO2 Ausstoß hat zum Beispiel Schienenverkehr, der 0,1% der Treibhausgasemissionen in der EU ausmacht. 4
Außerdem wäre es sinnvoll, entgegen den immer schneller ablaufenden Lieferketten, wenn Schiffe langsamer fahren würden. Das würde weniger Schadstoffe und Lärm verursachen und es Tieren ermöglichen, den Störfaktoren auszuweichen.
